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Der Adventskranz – seine tiefere Bedeutung und wie du mit ihm einen heiligen Raum öffnest

Entdecke die tiefere, ursprüngliche Bedeutung des Adventskranzes und öffne in der Adventszeit einen kraftvollen heiligen Raum für Weihnachten …

Der Adventskranz gehört zu unseren traditionellen und liebgewonnenen Bräuchen in der Adventszeit. So wie wir ihn heute kennen, gibt es ihn jedoch erst seit dem 19./20. Jahrhundert.

Ursprünglich geht die Tradition möglicherweise auf den keltischen Yul-Kranz zurück. Wie so vieles soll die Kirche auch diesen Brauch von unseren heidischen Vorfahren übernommen und angepasst haben.

Manche Experten bezweifeln zwar, dass es diese Ursprünge gab, doch egal, ob die Überlieferungen wahr sind oder nicht – diese Ideen sind im Feld und wenn sie uns gut tun, spricht ja nichts dagegen. 🙂

Ich finde es schön, mich an diese ursprüngliche Bedeutung zu erinnern und mir wertvolle Impulse ins Heute zu holen. So bekommt das Aufstellen eines Adventskranzes noch viel mehr Sinn, Kraft und Seelentiefe.

Gerade in diesem Jahr 2020 sind wir eh aufgerufen, unsere Traditionen zu hinterfragen und hinzuspüren, welche wirklich kraftvoll sind und welche nur noch leere Rituale ohne tieferen Sinn. Letztere dürfen wir auch ablegen.

Wie alles begann …

Wenn es denn so stimmt, war der Yul-Kranz für die Kelten ein Symbol für das Lebensrad und den immerwährenden Kreislauf der Natur, ohne Anfang und ohne Ende.

Jede der vier Kerzen stand für eine Woche eines Monatszyklus mit 28 Tagen, für eine Himmelsrichtung, ein Element und eine Jahreszeit:

  1. Advent: Osten, Luft, Frühling
  2. Advent: Süden, Feuer, Sommer
  3. Advent: Westen, Wasser, Herbst
  4. Advent: Norden, Erde, Winter

Die vier Kerzen waren nicht gleichfarbig, sondern hatten unterschiedliche Farben, die für die vier Elemente standen:

  • Weiß: Luft
  • Rot: Feuer
  • Blau: Wasser
  • Grün/Braun: Erde

Spannenderweise gibt es in den letzten Jahren öfter verschiedenfarbige Adventskerzen in den klassischen 4er-Kerzenpacks. Vielleicht ein Zeichen, dass wir Menschen uns unbewusst tatsächlich erinnern und an den Ursprüngen doch was dran ist … ?

Die grünen Zweige bestanden ursprünglich aus verschiedenen immergrünen Pflanzen. Neben Tannenzweigen waren das zum Beispiel auch Efeu und Buchs. Das Grün symbolisiert Hoffnung und das ewige Leben der Seele. Die Kranzform steht für das Rad des Lebens, den immerwährenden Kreislauf von Leben, Sterben/Tod und Wiedergeburt …

Auch die Dekoration hatte eine Symbolik, zum Beispiel:

  • Goldenes: Göttlichkeit
  • Rotes: Lebendigkeit
  • Apfelscheiben: Schutz
    (Wenn man einen Apfel quer durchschneidet, zeigt sich das Gehäuse als Stern mit fünf Zacken – wie das Schutz- und Venussymbol Pentagramm)
  • Walnuss: Jesus Christus
  • Zimtstangen: finanzieller Wohlstand

Kennst du weitere althergebrachte Symboliken? Schreibe sie gerne in die Kommentare …

Am 1. Advent alle Kerzen entzünden

Der wichtigste Unterschied: Beim Yul-Kranz werden am 1. Advent erst einmal alle Kerzen angezündet. Dann geht bis Yul, der Wintersonnwende, jeden Sonntag ein Licht aus. Nach der Sonnwende werden alle Kerzen wieder angezündet. Dieses Vorgehen symbolisiert das schwächer werdende Licht, das zu Yul wiedergeboren wird.

Es gibt noch viele andere Varianten wie beispielsweise den Kranz mit 13 oder 28 Kerzen zu bestücken, statt einem Kranz einen Yul-Bogen aufzustellen, Kerzen in liturgischen Farben zu verwenden uvm.

Den Advent mal anders erleben …

Überprüfe in deinem Herzen, welche deiner Traditionen für dich heute (noch) stimmig sind und ob du gerne mal andere ausprobieren würdest.

Manches machen wir unbewusst „richtig“ – wobei es hier ja kein „Richtig“ und „Falsch“ gibt. Ich habe mir zum Beispiel schon öfter mal gedacht, dass ich am liebsten alle vier Kerzen gleich anzünden würde. Habe es dann nicht getan, da ich es ja „richtig“ machen wollte – unseren Traditionen gemäß. Doch mein Innerstes wollte es anders ausprobieren.

Daher mein Tipp: Folge deinen Impulsen – was sich für dich stimmig anfühlt, darf sein. Probiere aus, was sich im Herzen gut für dich anfühlt.

Ich finde, dass beide Varianten ihren Reiz haben.

Die Form, eine Kerze nach der anderen anzuzünden, ist ja auch sehr schön. Wir können auf diese Weise einen feinen heiligen Raum für Weihnachten erschaffen und eine heilige, heilsame und feierliche Energie aufbauen.

Öffne mit den vier Adventskerzen einen heiligen Raum für Weihnachten

Wenn du die Kerzen nach und nach anzündest, rufe an jedem Advent eine der 4 Himmelsrichtungen mit den entsprechenden Jahreszeiten und Elementen sowie die entsprechenden Erzengel.

Rufe am …

  1. Advent die Winde des Ostens, das Element Luft und die Frühlingskraft.
  2. Advent die Winde des Südens, das Element Feuer und die Sommerkraft.
  3. Advent die Winde des Westens, das Element Wasser und die Herbstkraft.
  4. Advent die Winde des Nordens, das Element Erde und die Winterkraft.

Verbinde dich dabei auch im Herzen mit folgenden Erzengeln …

  1. Advent: Erzengel Michael – für Reinigung, Schutz und Gerechtigkeit …
  2. Advent: Erzengel Raphael – für Heilung, Balance und Lebensbejahung …
  3. Advent: Erzengel Uriel – für Mut, Kraft und Ausdauer …
  4. Advent: Erzengel Zadkiel – Beistand bei Trauer und im Neubeginn …

So baut sich die Energie bis Weihnachten fein und kraftvoll auf.

Die 5. Kerze

Eine weitere Variante ist, eine fünfte Kerze (möglichst eine weiße) in die Mitte des Adventskranzes zu stellen, die am Heiligen Abend entzündet wird.

Der Brauch, eine fünfte Kerze in die Mitte zu stellen, kommt vermutlich aus Irland und England. Mit der fünften Kerze in der Mitte ergibt sich mit dem Kreis des Kranzes das irisch-keltische Kreuz.

Die fünfte Kerze kann auch als fünftes Element, die spirituelle Dimension, den Großen Geist, betrachtet werden.

Du kannst in diese Kerze deine persönlichen Herzenswünsche für das Weihnachtsfest sowie für das Wohl der Welt hineingeben.

Egal, für was du dich entscheidest – wesentlich ist immer deine Absicht und deine Liebe, mit der du den Adventskranz aufstellst und die Kerzen entzündest.


(kmp, 13.11.2020, Fotos: pixabay)

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