12 Heilige Nächte

Die Wolfsnächte

Im Volksmund heißen die Raunächte auch Wolfsnächte oder Wolfsmonde, da sich früher in diesen dunklen Tagen die sonst eher menschenscheuen Wölfe recht nah an die Häuser heranschlichen. Denn auch sie hatten in der kalten Jahreszeit Hunger und waren stets auf der Suche nach Nahrung. Normalerweise streifen Wölfe meist kilometerweit umher, um Beute zu finden und zu erlegen. Und das ist bei klirrender Kälte und tiefem Schnee auch für diese Tiere sehr anstrengend.

Der Wolf als schamanisches Krafttier

Der Wolf ist jedoch auch ein mächtiges schamanisches Krafttier. Er gilt als weiser Anführer und steht symbolisch für die Gemeinschaft und gesunde Grenzen. Er hilft uns beispielsweise zu lernen, wie wir gleichzeitig unsere Vision der Neuen Zeit halten und doch auch die aktuellen Umstände akzeptieren und uns den Gegebenheiten anpassen können. Dabei ist es wichtig, auch den Instinkt und Spürsinn eines Wolfes einzusetzen und genau hinzuspüren, welche Menschen und Systeme uns eher ausnützen wollen. Hier sollten wir nicht zu großzügig und gutmütig sein, sondern die eigenen Grenzen wie ein kluger Wolf  schützen.

Außerdem wird der Wolf mit den Ahnen in Verbindung gebracht. Mit seinen feinen Spürsinnen, seinen sensiblen Instinkten, ist er ein geeignetes Wächtertier, das die Anderswelt mitbehütet. So kann er gerade in der Zeit zwischen Samhain (1.11.) und dem Perchttag (6.1.), wo die Schleier zur Anderswelt besonders dünn sind, seine Fähigkeiten zum Einsatz bringen.

Der Wolf hat auch einen ausgeprägten Sinn für Kommunikation und Gemeinschaft. Von seinem Verhalten im Rudel können auch wir Menschen viel lernen.

Das haben schon unsere Vorfahren, insbesondere die Druiden, erkannt:

„Druiden verehrten den Wolf wegen seines stark ausgeprägten Familiensinns als Totem für die Gemeinschaft. Er soll diese beschützen und in schwierigen Zeiten führen. Die Monate Januar und Februar nannte man Wolfszeit, weil es die Zeit war, in denen die Druiden ihre Reise in die Anderswelt unternahmen, um der Gemeinschaft neue Ziele und Hoffnung zu geben. Die Kelten schätzten seine magische Kraft und enge Verbindung zum Mond sehr. Sie wussten, dass der Wolf nie die Orientierung verliert und immer zum Wohle aller handelt – in guten, wie in schlechten Zeiten.“ (Quelle)

Nimm dir Zeit, die Qualität des Wolfes als Krafttier zu erspüren. Meditiere und lade den Wolf dazu ein. Welche Botschaften hat er für dich? Welche Qualitäten und Fähigkeiten zeigt er dir?

Viel Freude dabei!

Alles Liebe
Karin Myria


(© Text: Karin Myria Pickl, Foto: pixabay)

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